Hohe Gewinne dank Steuertricks
Das Geschäft mit dem Betriebssystem Windows ging hingegen um ein Prozent zurück. Grund ist der schwächelnde Verkauf von PCs. Nach Schätzung von Microsoft wuchs der Markt im vergangenen Quartal lediglich um ein bis drei Prozent. Drei Viertel des Umsatzes mit dem Betriebssystem seien jedoch auf das Geschäft mit Neucomputern zurückzuführen, so Microsoft in einer Mitteilung. Dieser Trend – steigende Nachfrage bei Firmenkunden und sinkende Nachfrage bei Privatkunden – werde im nächsten Geschäftsjahr wohl andauern, sagte Peter Klein, der Chief Financial Officer von Microsoft, in einer Telefonkonferenz. Zuvor hatte auch der Chiphersteller Intel von einem steigenden Absatz bei Firmenkunden berichtet, da viele Unternehmen ältere Computer durch neue ersetzten.
Positiv auf das Geschäft wirkte sich auch die Unterhaltungssparte aus – allen voran die Spielekonsole Xbox. Der Umsatz stieg dort um 30 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar. Das überraschend gute Ergebnis sei unterdessen vor allem auf die niedrige Steuerquote von nur mehr sieben Prozent zurückzuführen. Der Trick: Mehr als zuvor wurden die Einnahmen in den Niedrigsteuerländern Irland, Singapur und Puerto Rico versteuert. Dies sei auch der Hauptgrund, weswegen die Gewinne über den Erwartungen gelegen hätten, sagte Klein. Im Jahr zuvor habe man noch 25 Prozent des Ergebnisses an den Fiskus abgeführt.
iPad statt Windows-PC
Keine guten Nachrichten gibt es indes auf der Smartphone-Front, denn die Konsumenten präferieren nach wie vor die Produkte von Apple und Google. Branchenexperten erwarten zudem, dass viele Konsumenten anstatt eines neuen Windows-PCs ein iPad des Konkurrenten Apple kaufen werden. Die Internetsparte, allen voran die Suchmaschine Bing, scheint gegen den Konkurrenten Google derweil nur wenig ausrichten zu können.
Die veränderten Kundenpräferenzen spiegeln sich auch in den Zahlen wider, die Apple zuletzt vorgelegt hat. Der Konzern aus Kalifornien verdiente im dritten Geschäftsquartal 7,3 Mrd. Dollar und damit erstmals seit 20 Jahren deutlich mehr als Microsoft.
Quelle: http://www.diepresse.com